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1. Projektziele
- durch gezielte Elternarbeit und interkulturelle Vermittlungsangebote im Kommunikationsdreieck Kinder – Eltern – Schule sollen Teilhabe und Kompetenzen der Migranteneltern verbessert und die Chancen ihrer Kinder nachhaltig verbessert werden
- durch die unter 3. näher beschriebenen Angebote in den Bereichen Kommunikation und Konfliktvermittlung lernen alle Beteiligten ganz praktisch andere Lebenswelten zu erkennen, zu akzeptieren und mit den Unterschieden konstruktiv umzugehen
- Ehrenamtliche sollen aus dem Umfeld der Trägergemeinde und der 9 kooperierenden Kirchengemeinden gewonnen werden, der „Runde Tisch“ soll die örtl. Angebote vernetzen
2. Zielgruppe des Projektes
Zielgruppe sind Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund und ihre Eltern, sowie Lehrer und Lehrerinnen, einheimische Kinder und deren Eltern.
3. Angebote
- Erstens ein durch die Projektmitarbeiter moderierter und unterstützter interkultureller Gesprächsprozess mit allen Beteiligten. Dieser Prozess soll die interkulturelle Kompetenz der Beteiligten stärken - „Der Weg ist das Ziel“ - und einzelne Maßnahmen erarbeiten, die für Migrantenkinder und -jugendliche im Kontext ihres Schulbesuches bessere Integrationschancen eröffnen. Diese Vorschläge werden dann mit Hilfe der
Projektmittel von den Projektmitarbeitern und den Kooperationspartnern umgesetzt.
- Zweitens Hilfsangebote durch interkulturell erfahrene Mitarbeiter, die exemplarisch als vertrauensbildende Maßnahmen (Entlastung und Motivierung der Beteiligten) Konfliktvermittlung und –beratung leisten. Im Rahmen dieser Angebote bringt der Projektträger seine Möglichkeiten ein, für einzelne Fördermaßnahmen Ehrenamtliche (auch MigrantenInnen) zu gewinnen.
4. Umsetzung
Dieses Projekt kann nicht für sondern nur mit den Betroffenen umgesetzt werden (Wer das Problem hat, hat auch die Lösung). Die Ergebnisse des geplanten Kommunikationsprozesses dürfen deshalb nicht vorweggenommen und können nur beispielhaft aufgeführt werden. Nur so öffnen sich die beteiligten Menschen, nehmen die Angebote zur Konfliktvermittlung und zum Interkulturellen Lernen an und werden sie in ihre Persönlichkeit integrieren. Um dieses Kernziel zu erreichen, sollen die Stellen bikulturell besetzt werden, das Institut für interkulturelle Mediation und Konfliktbearbeitung (IMIKON) das Projekt fachlich begleiten und die ausgezeichneten Kontakte des Trägers zu den religiösen Gemeinden und den anderen Vereinigungen der Migranten eingesetzt werden.
Aufbauphase (1.5.05 bis 31.8.05)
- Projektbezogene Bestandsaufnahme an jeder Schule (Abstimmung mit der Schulleitung, welche Ansprechpartner gibt
es in Eltern-, Lehrer- und Schülerschaft, Schulsozialdienst und ggf. andere Träger?
- gezielte Suche nach Ansprechpartnern mit Migrationshintergrund)
- Bildung einer Koordinationsgruppe (Runder Tisch) unter dem Logo des Projektes an jeder Schule, moderierte konstituierende Sitzung(en) mit dem Ziel, eine interkulturell tragende Beziehungs- und Sachebene zu erarbeiten (hier müssen Missverständnisse und Kommunikationsstörungen aufgrund von Vorurteilen/Zuschreibungen und kulturell bedingter Vor- und Einstellungen zu Schule bearbeitet werden), Reflexion der Ergebnisse mit IMIKON
- Einrichtung eines Projektbüros ( Arbeitsplatz für die Mitarbeiter, Anlaufstelle für Beteiligte)
- Bekanntmachung des Angebotes in der Schule (Lehrerkonferenz, Elternversammlungen, Einschulungsveranstaltungen) und auf lokaler Ebene (Pressekonferenz), Auslagen und Infoveranstaltungen (mehrsprachig) für die Migrantenvereinigungen, -treffs und Moscheegemeinden
Handlungsphase (1.9.05 bis 31.10.07)
Durch die fortlaufend moderierten Gespräche der runden Tische (mindestens alle drei Monate an allen Schulen) findet interkulturelles Lernen für alle Beteiligten statt.
- Die Gesprächsteilnehmer bringen ihre Wünsche, Standpunkte oder aktuellen Konflikte in das Gespräch ein (z.B. Informationsbedürfnis, Ratlosigkeit, Kommunikationsstörungen, Gewalt, Ausgrenzung und Rassismus). Durch mediative Grundhaltung (neutral und zugewandt) und interkulturelle Kompetenz (Erfahrung und tragende Beziehungen) sammelt der Moderator mit den TeilnehmerInnen die wichtigen Themen und die Möglichkeiten ihrer Bearbeitung.
- Die Umsetzung geschieht durch Vernetzung aller vorhandenen Ressourcen (Projektmitarbeiter, Runder Tisch, Kooperationspartner, Eltern, Migrantenorganisationen und Ehrenamtliche.

- Folgende Angebote könnten ein Ergebnis der Gespräche sein: Trainings zum Interkulturellen Lernen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Jungen- und Mädchenrollen im Spannungsfeld der Einwanderungsgesellschaft, Seminare für Migranteneltern zum Thema Sprache und deutsches Schulsystem, Arbeitsgruppen zum Thema „Konsens im Erziehungsverhalten“, außerschulische Förderung der Kinder durch Ehrenamtliche, Bildung bikultureller Partnerschaften bei der Einschulung oder Schulwechsel, Fachtag für Lehrkräfte. Für die Durchführung werden alle o.g. Ressourcen genutzt.
Parallel greifen die Projektmitarbeiter beispielhaft Einzelfälle auf, die mit den Möglichkeiten der interkulturellen Konfliktberatung oder Konfliktvermittlung und durch Ehrenamtliche bearbeitet werden können (z.B. körperliche Gewalt zwischen Zuwanderern und Mehrheitsbevölkerung, Migrantenkind soll in die Sonderschule, Konflikte aufgrund unterschiedlicher Normen und Werte zwischen Eltern und Lehrer, besondere Förderung einzelner Zuwandererkinder im Nachmittagsbereich u.a.m.. Beide Handlungsansätze bilden eine Einheit und stärken die Integrationsleistung der Schulen.
Abschlussphase (6 Monate)
Hier liegt das Schwergewicht auf Erarbeitung und Weitergabe der Erkenntnisse und Erfahrungen des für die Region modellhaften Projektes. Die einzelnen Schritte sind unter 2.8 beschrieben. Weiterhin sollen die am Gesprächsprozess Beteiligten (Eltern, Lehrer, andere Träger, Jugendamt) in dieser Phase mit Unterstützung der Projektmitarbeiter beraten, wie das entstandene Netzwerk gepflegt und die gewonnenen Erfahrungen sinnvoll und nachhaltig weiterentwickelt werden können. Dabei wird die wissenschaftliche Begleitung (FH Bielefeld) und die fachliche Begleitung (Institut IMIKON) von großer Bedeutung sein.
ثقافات متعددة – مدرسة وا حدة Gelek Kultur – yek Dibistan
Viele Kulturen – Eine Schule
Много культур – Одна Школа Cok Kültür – Bir Okul
„Viele Kulturen – Eine Schule“ ist ein auf drei Jahre angelegtes Projekt der ev. Kirchengemeinden von Bad Salzuflen, es wird von der „Aktion Mensch“ unterstützt.
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